Mondfinsternis vom 15. Juni 2011

von Oliver Blecher



 um
23:08 Uhr, 100 mm, 4 Sek, F5,6, ISO 1600 Canon EOS 450D



 um 23:57 Uhr, 39 mm, 1/2 Sek, F10, ISO 400 Canon EOS 450D



um
00:02 Uhr, 23 mm, 3,2 Sek, F4, ISO 400 Canon EOS 450D

Am 15.6.2011 war ich mit drei Arbeitskollegen auf einer Dienstreise in Wertheim. Abends haben wir mit einem Vertreter der besuchten Firma im Biergarten gesessen. Da es noch lange hell war habe ich auch nach dem rechnerischen Mondaufgang nicht damit gerechnet, direkt etwas von der Mondfinsternis sehen zu können. In Wertheim führen die umliegenden Hügel zudem zu einem deutlich späteren Mondaufgang als im Flachland. 
Gegen 22:45 Uhr haben wir uns dann verabschiedet und ich habe mich auf die Suche nach einer günstigen Stelle zur Beobachtung gemacht. Da ich die Hoffnung hatte, die schön angestrahlte Burg Wertheim mit aufs Bild nehmen zu können, kam hierfür nur ein großer Parkplatz direkt am Main in Frage. 
Auf diesem Parkplatz angekommen konnte den Mond aber zunächst gar nicht am Himmel entdecken. Aus verschiedensten Perspektiven war einfach nichts zu entdecken. Ich habe mich schon gefragt, ob der Mond immer noch hinter den Hügeln stehen könnte, als ich neben der Burg eine kaum erkennbare Scheibe am Himmel gefunden habe. Vom roten Licht einer Mondfinsternis war nichts zu sehen, so schwach war der Mond nur zu erkennen. Sicher hat die starke Beleuchtung in der Umgebung auch zu dieser schlechten Sichtbarkeit beigetragen. 
Ich habe dann mitten auf dem Parkplatz mein Stativ aufgebaut und einige Bilder gemacht. Schon nach dem ersten Bild war ich erstaunt, wie rot der Mond in der Bildvorschau wirkte, wo doch mit bloßem Auge kaum etwas davon zu sehen war. 
Die Zeit hat dann gerade noch für eine höher vergrößerte Aufnahme des Mondes gereicht, bevor die Totalität auch schon vorbei war, und ein schmaler Streifen des Mondes wieder von der Sonne beschienen wurde. Währen der partiellen Phase habe ich dann weiter Fotos mit unterschiedlichen Vergrößerungen und Belichtungen gemacht. Dabei wurde der Dunst, der schon von Anfang an den Himmel bedeckt hatte, immer dichter. Die zunehmende Helligkeit des nur noch teilweise verfinsterten Mondes hat dann zu einem deutlichen Hof geführt, so dass das Fotografieren immer schwerer wurde. Teilweise haben Kondensstreifen von Flugzeugen vor der Mondscheibe aber zu schönen Effekten geführt. 
Kurz vor Ende der Finsternis war der Mond dann so weit gewandert, dass ich ihn nicht mehr mit der Burg zusammen auf ein Foto bekommen habe. Ich habe dann als Vordergrund den ebenfalls erleuchteten Spitzen Turm genommen. 
Kurz nach Mitternacht war dann kaum noch zu erkennen, dass ein Teil des Mondes verfinstert war, und ich habe meine Beobachtung abgebrochen.

Oliver Blecher